Mit „Animatorials“ präsentiert El Cuco Projekt seine Videoperformance-Reihe auf der digitalen Spule unserer Zeit: Instagram. Als deutsch-chilenisches Kollektiv, bekannt für Tanzperformances mit Tiermasken, wirft das Kollektiv Schnipsel von der Bühne und von den Straßen Kölns in den digitalen Kosmos. Die El Cuco-typischen Mensch-Tier-Kreaturen persiflieren und bewegen sich durch politische Talkshows und Nachrichten, auf E-Scootern oder im Himmel, aber auch durch alte Gemäldelandschaften. Von Mary Poppins bis zum Heiligen Sebastian, von der Queen bis zu Apollo – die unterschiedlichsten Figuren sind vertreten und teilen offen ihre Gedanken und Geistesblitze zur Briefwahl, To-Do-Listen, DAX oder Klima mit.

Dieses künstlerische Experiment mit einer globalen Kommunikationsplattform ist eine Herausforderung: „Wir schauen uns zum Beispiel die aktuellen politischen Systeme in Deutschland und Chile an und wie sie unter anderem angesichts des Klimawandels weitermachen wie bisher: Performativ ist das eigentlich ein viel absurderer Akt als unsere künstlerische Arbeit, in der wir mit der Logik der schnellen Bilder spielen und uns bewusst dem Algorithmus eines privaten Unternehmens ausliefern. Es zeigt auch: Viele Strukturen unserer Gesellschaft, die wir für „fest“ halten, sind nichts anderes als performative Akte, an die wir vor allem glauben müssen, damit sie funktionieren“, erklärt Sonia Franken, Choreografin bei El Cuco Projekt.

Und Gonzalo Barahona, bildender Künstler bei El Cuco Projekt, fügt hinzu: „Ameisen, sobald ihr geordneter Weg unterbrochen wird, breiten sich chaotisch aus, nur um neue, interessantere und effizientere Wege zu finden. In ähnlicher Weise wollen wir uns mit „Animatorials“ dem Chaos öffnen, um neue Kommunikationsstrukturen und damit Beziehungen zwischen Künstlern und Publikum zu finden.“

WDR 5 über „Animatorials“: